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Foto einer ausgetreckten Hand. Darin steht "wir helfen"

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­Werner Frühwirth arbeitet seit Jahrzehnten als psychiatrischer Krankenpfleger in der Südsteiermark. Nicht selten bekam er den Ärger von PatientInnen mit, wenn sie bei wichtigen Entscheidungen über ihr Leben vom zuständigen Sachwalter gar nicht einbezogen wurden. Manchmal bewunderte Frühwirth jedoch, mit wieviel Engagement, Einfühlungsvermögen und Geduld die vertretenden Personen an ihre Aufgabe herangingen. Vor fünf Jahren dachte sich Frühwirth: Das kann ich auch. Er bewarb sich bei VertretungsNetz als ehrenamtlicher Sachwalter, seit 2018 heißt es „Erwachsenenvertreter“. „Oft braucht es viel Verhandlungsgeschick, ein hohes Maß an Flexibilität und manchmal auch Kompromissbereitschaft, um zu einer guten Lösung für die KlientInnen zu kommen,“ erzählt Frühwirth. Seine Motivation bis heute: „Immer wieder darf ich neue Menschen kennenlernen und für mein eigenes Leben ein Vieles an Eindrücken, Erfahrungen und Problemlösungs­strategien mitnehmen.“

Ende 2020 waren bei VertretungsNetz österreichweit insgesamt 647 ehrenamtliche ErwachsenenvertreterInnen tätig. Sie helfen ihren KlientInnen bei Anträgen und bei Behördengängen, regeln die Finanzen, sichern die Wohnsituation ab oder organisieren die soziale und ärztliche Versorgung, sie lösen so manches Alltagsproblem – je nachdem, wo Unterstützung gebraucht wird. KlientInnen schätzen vor allem, dass sich die Ehrenamtlichen viel Zeit nehmen können. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken oder Spazierengehen lernen sie ihre KlientInnen und deren Bedürfnisse gut kennen. Vertretungen bleiben oft über Jahre bestehen, und die ErwachsenenvertreterInnen werden so zu wichtigen Bezugspersonen für die vertretenen Menschen.

Edeltraud Hörtenhuber konnte schon immer gut organisieren. Als Ausgleich zu ihrer Babykarenz begann sie vor sieben Jahren bei VertretungsNetz als ehrenamtliche Erwachsenenvertreterin im oberösterreichischen Mühlviertel. Meist geht es um die Regelung der Finanzen und um Kontakte zu Behörden. Manche Highlights bleiben in schöner Erinnerung: „Wenn es gelingt, für KlientInnen einen Urlaub, vielleicht sogar mit 1:1 Urlaubsbetreuung zu organisieren. Die Freude der Menschen, die ansonsten das ganze Jahr über in Pflegeeinrichtungen wohnen, ist unbeschreiblich.“ Die ehrenamtliche Tätigkeit führte Edeltraud Hörtenhuber auch zur eigenen beruflichen Umorientierung in den Gesundheits- und Sozialbereich.

Verein sucht weitere Interessierte
Ehrenamtliche MitarbeiterInnen bei VertretungsNetz arbeiten sehr selbständig, werden aber nicht alleine gelassen. Sogenannte EA-LeiterInnen an den regionalen Standorten unterstützen die Freiwilligen und stehen bei Fragen und Problemen rund um konkrete Vertretungssituationen zur Verfügung. Außerdem organisieren sie die Aus- und Fortbildung. Karin Fachberger ist EA-Leiterin in Wels/OÖ und betreut derzeit 16 ehrenamtliche MitarbeiterInnen. „Die ehrenamtlich Tätigen bringen ganz verschiedene berufliche Hintergründe mit, und deshalb unterschiedliche Sichtweisen ein. Das erlebe ich als sehr bereichernd. Wir achten auch auf durchmischte Teams, was langjährige und neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen betrifft“, erzählt sie.

Ihr Kollege Kurt Wolf, EA-Leiter am Standort Linz, baut gerade ein Team für die Region Linz und das Mühlviertel auf. Auch in Ried und Vöcklabruck werden momentan Freiwillige gesucht. Zwischen zwei und acht KlientInnen kann man als ehrenamtliche/r MitarbeiterIn vertreten, je nach persönlichen Zeitressourcen. Wer sich für eine Tätigkeit als ehrenamtliche/r ErwachsenenvertreterIn interessiert, findet hier mehr Informationen: www.vertretungsnetz.at/jobs