Monika zeigt, wie Ehrenamt im Erwachsenenschutz in Wien aussehen kann: rechtliche Vertretung, Nähe zum Menschen und geteilte Freude im Alltag.
Monika hatte gerade Herrn M.s Erwachsenenvertretung übernommen, als der einen Schlaganfall erlitt und in ein Pflegeheim ziehen musste. Seine Sprache, seine Bewegung sind seither sehr eingeschränkt. Vieles lässt sich nicht mehr einfach besprechen, vieles bleibt bruchstückhaft. Herr M. zog sich zurück, verbringt seitdem die meiste Zeit im Bett.
Seine ehrenamtliche Erwachsenenvertreterin, Monika, übernimmt für ihn fast alle seine rechtlichen und organisatorischen Angelegenheiten: Anträge, Finanzen, medizinische Entscheidungen. Die Aufgaben ihres Ehrenamts klingen nüchtern – sind es aber nur auf den ersten Blick.
Monika ist seit 25 Jahren ehrenamtlich für VertretungsNetz in Wien tätig. Sie hat viele Menschen in Einrichtungen erlebt, Umzüge, neue Strukturen. Gerade deshalb ist ihr Beständigkeit für ihre Klient:innen wichtig. „Die Menschen, die wir unterstützen, müssen ohnehin so viele Wechsel in ihrem Leben aushalten. Da will ich als ihre Erwachsenenvertreterin wenigstens in ihrem Leben bleiben“, erklärt sie ihren Antrieb für ihr langjähriges Engagement für den Erwachsenenschutzverein in Wien.
Für Herrn M. bedeutet das: Da ist jemand, der wiederkommt. Der die Geschichte von Herrn M. Stück für Stück zusammensetzt, auch wenn er sie nicht mehr vollständig erzählen kann. Jemand, der ihn nicht nur als Pflegefall sieht, sondern als Mensch mit Vergangenheit, Eigenheiten und Wünschen.
Im Alltag heißt Erwachsenenvertretung für Monika zunächst einmal viel Organisation. In ihrem Ehrenamt bei VertretungsNetz in Wien bedeutet das ganz konkret:
Doch je länger sie Herrn M. kennt, desto mehr verschiebt sich der Fokus. Neben der rechtlichen und finanziellen Seite will sie vor allem wissen, wie es ihm geht, wie sie ihm etwas Freude in sein Leben zurückbringen könnte. Weil längere Gespräche mit Herrn M. schwierig sind, sammelt Monika Informationen aus alten Unterlagen, aus Gesprächen mit dem Pflegepersonal und aus den wenigen Sätzen, die er noch formulieren kann. Genau diese Mischung aus rechtlichen Aufgaben und persönlicher Zuwendung macht für Monika das Ehrenamt im Sozialbereich in Wien interessant.
So entsteht ein Bild: Ein Mann, der Bahn und Modelleisenbahnen liebt, früher bei der ÖBB arbeitete. Ein Bastler, der mit weggeworfenen Dingen kleine Welten gebaut hat. Jemand, der Tiere mag und gerne Musik hört. Monika fragt sich, was sich davon heute noch aufgreifen lässt?

Herr M. bei der musikalischen Arbeit für Körper, Geist & Seele.

Felix ist ein staatlich zertifizierter Therapiebegleithund. Er und seine Besitzerin Patricia Essl besuchen Herrn M. regelmäßig.
Die ehrenamtliche Erwachsenenvertreterin organisiert ihm einen Besuchsdienst. Es kommt León Sava-Bernasconi. Ein Musiker, der „Musikalische Arbeit Für Körper, Geist & Seele“ entwickelt hat, und nach dieser Methode mit Herrn M. arbeitet. Er spielt ihm zudem Musik vor, lädt Lieblingsstücke auf seinen Player, übt mit ihm, selbst die Musik einzuschalten. Für Herrn M. ist das ein wichtiger erster Schritt: Er hat etwas, das nur ihm gehört und das er selbst steuern kann.
Monika weiß auch, wie wichtig Hunde für Herrn M. einmal waren. In der Pflegeeinrichtung gibt es inzwischen eine engagierte Stationsleitung – das nutzt die Erwachsenenvertreterin. Gemeinsam prüfen sie, ob tiergestützte Therapie möglich wäre. Es folgen Gespräche mit der Heimleitung, viel Papierarbeit, ein Kennenlerntermin mit Hund und Halterin, Gesundheitsnachweise werden geprüft und ein Foto des Hundes wird beim Portier hinterlegt. Solche Abstimmungen gehören für Monika zu ihrem Ehrenamt bei VertretungsNetz in Wien dazu: viel Koordination, damit am Ende schöne Momente möglich werden.
Heute besucht Felix, ein staatlich zertifizierter Therapiebegleithund, Herrn M. regelmäßig. Seit der Hund da ist, lacht Herr M. wieder häufiger, seine Mimik wird lebendiger, er versucht, von Felix zu erzählen. Einmal hebt er sogar seine rechte, vom Schlaganfall betroffene Hand, um den Hund zu streicheln. Für Monika sind das die besonderen Momente, die sie in ihrer Freiwilligenarbeit bestärken: „Da merkt man, was so ein Tier bewirken kann. Ich war richtig gerührt.“
Als Monika der Hundebesitzerin, Patricia Essl, erzählt, dass Herr M. Modelleisenbahnen liebt, wird diese hellhörig, denn ihr Lebensgefährte ist leidenschaftlicher Modellbauer. So entsteht der Plan, gemeinsam mit Herrn M. ein Eisenbahnmodell zu bauen. Monika organisiert zusätzlich mit allen Beteiligten einen Ausflug zu einer Miniatur-Landschaft eines Modellbauvereins. Für Herrn M., der das Heim sonst kaum verlässt, ist das ein besonderes Erlebnis. Zu seinem Geburtstag schenkt Monika ihm ein Fotoalbum mit Bildern vom Hund und vom Basteln – eine Sammlung schöner Momente, die durch ihr Ehrenamt in Wien entstanden sind.
Wenn Monika von Herrn M. erzählt, spürt man, wie viel ihr diese Entwicklung bedeutet. Sie macht keinen Hehl daraus, dass es manchmal mühsam ist: Wege, Telefonate, wiederholte Nachfragen, langsame Umsetzung. Aber sie beschreibt auch, wie viel Freude darin liegt, jemandem solche Momente zu ermöglichen. „Wenn ich sehe, wie Herr M. lacht, wenn Felix ins Zimmer kommt, oder wie stolz er auf sein Modell ist – dann weiß ich, warum ich das mache“, sagt sie.
Für Monika ist ihr Ehrenamt bei VertretungsNetz in Wien eine Aufgabe, in der sie Menschen langfristig begleiten kann. Sie erlebt, wie aus rechtlichen Vertretungsaufgaben echte menschliche Beziehungen entstehen – und wie sie mit ihrer Erfahrung und Zeit das Leben eines Menschen in einem Wiener Pflegeheim spürbar heller machen kann. Ihre Geschichte zeigt, wie ein Ehrenamt im Erwachsenenschutz in Wien aussehen kann: strukturiert, verantwortungsvoll – und voller kleiner, schöner Momente.
VertretungsNetz ist in Wien und ganz Österreich außer Vorarlberg als Erwachsenenschutzverein tätig. Die ehrenamtlichen Erwachsenenvertreter:innen sind dabei eine wichtige Säule. Wer sich für ein Ehrenamt in Wien im Bereich Erwachsenenschutz interessiert, findet hier weitere Informationen: Ehrenamtliche Erwachsenenvertretung
Auf der Suche nach tiergestützten Interventionen und Besuchsdiensten? Die Veterinärmedizinische Universität Wien bietet eine Auflistung der geprüften staatlich zertifizierten Therapiebegleithunde: Veterinärmedizinische Universität Wien. Oder kontaktieren Sie Patricia Essl direkt.