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Entwicklung der Unterbringungen

Daten und Zahlen der Patientenanwaltschaft

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2022 wurden im Zuständigkeitsbereich der Patientenanwaltschaft von VertretungsNetz 25.527 Unterbringungen ohne Verlangen gemeldet – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um rund fünf Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, ohne Verlangen an einer psychiatrischen Abteilung untergebracht zu werden, variiert je nach Bundesland stark. Beispielsweise verzeichnet die Steiermark bezogen auf die Wohnbevölkerung beinahe dreimal so viele zwangsweise Unterbringungen wie Niederösterreich. Auch in Oberösterreich und in Tirol werden hohe Werte verzeichnet.

Die durchschnittliche Unterbringungsdauer liegt, ähnlich wie in den Vorjahren, bei 10,6 Tagen. Bei vielen untergebrachten Personen wird die Unterbringung jedoch schon nach wenigen Tagen, oft noch vor der gerichtlichen Erstanhörung, aufgehoben. Österreichweit waren nach fünf Tagen bereits 56,6 Prozent der Unterbringungen wieder beendet. In den letzten Jahren ist der Anteil kürzerer Unterbringungen kontinuierlich angestiegen.

34 Prozent der untergebrachten Patient:innen unterlagen im Zuge der Unterbringung 2022 einer „weitergehenden Beschränkung der Bewegungsfreiheit“ (z.B. Fixierungen am Bett, verschlossene Krankenzimmer). Dieser Wert („Beschränkungsquote“) ist seit der COVID-Pandemie sprunghaft angestiegen und seither nicht mehr zurückgegangen. Auch bei der Beschränkungsquote verzeichnete die Patientenanwaltschaft große regionale Unterschiede: In Wien ist dieser Wert, wie auch in den vergangenen Jahren, deutlich höher als an den psychiatrischen Abteilungen in den westlichen Bundesländern.