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Vertretung

Das Erwachsenenschutzgesetz sieht vier verschiedene Vertretungsformen vor. 

Das Erwachsenenschutzgesetz stellt Selbstbestimmung für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen in den Mittelpunkt. Je nachdem, wie eingeschränkt die Entscheidungsfähigkeit der betroffenen Person ist, sieht das Gesetz vier Möglichkeiten der Vertretung vor:

Mit einer Vorsorgevollmacht kann jeder Mensch im Vorhinein festlegen, wer ihn im Fall des Verlusts der Entscheidungsfähigkeit vertreten soll. Weitere Informationen

Mit einer gewählten Erwachsenenvertretung kann eine Person mit eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit eine Vertreterin/einen Vertreter für bestimmte Angelegenheiten wählen. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen das Wesen einer Vollmacht in Grundzügen verstehen und sich danach verhalten können.

Eine gewählte Erwachsenenvertretung können Sie in einem Anwaltsbüro oder Notariat oder auch bei VertretungsNetz errichten und registrieren lassen. Wir beraten Sie dazu.

Gesetzliche Erwachsenenvertretung: Bei fehlender Entscheidungsfähigkeit können Menschen mit psychischer Erkrankung oder intellektueller Beeinträchtigung von einem oder einer nächsten Angehörigen gesetzlich vertreten werden. Der Kreis der nächsten Angehörigen, die eine solche Vertretung übernehmen können, umfasst Eltern, Kinder, (Ehe-)PartnerInnen, LebensgefährtInnen, Enkelkinder, Großeltern, Geschwister, Neffen und Nichten.

Die Tätigkeit der Angehörigen wird vom Gericht kontrolliert. Die Vertretung ist auf maximal drei Jahre befristet. Das heißt, spätestens nach drei Jahren wird geprüft, ob sie noch nötig ist oder ob für die Betroffene/den Betroffenen eine andere Form der Vertretung oder Unterstützung besser geeignet wäre. Nächste Angehörige können sich bei VertretungsNetz als gesetzliche ErwachsenenvertreterInnen registrieren lassen. Wir beraten Sie dazu.

Die gerichtliche Erwachsenenvertretung tritt an Stelle der früheren Sachwalterschaft. Die rechtliche Handlungsfähigkeit der vertretenen Personen wird dabei aber nicht automatisch eingeschränkt. Die Befugnisse der Vertretung müssen konkret und genau beschrieben werden. Auch die gerichtliche Erwachsenenvertretung ist mit Erledigung der Aufgabe oder längstens mit drei Jahren befristet, außer sie wird in einem eigenen Verfahren erneuert.

Wenn die Entscheidungsfähigkeit einer erwachsenen Person aufgrund einer psychischen Erkrankung oder vergleichbaren Beeinträchtigung bereits eingeschränkt ist, kann sie keine Vorsorgevollmacht mehr erstellen. Man kann jedoch immer noch eine Erwachsenenvertreter-Verfügung errichten. Hier kann man für die Zukunft festlegen, dass eine bestimmte Person die gesetzliche oder gerichtliche Erwachsenenvertretung übernehmen oder nicht übernehmen darf. Die Erwachsenenvertreter-Verfügung kann bei VertretungsNetz erstellt und registriert werden, wir beraten Sie dazu.

Übergangsbestimmungen - Was passiert mit den früheren Sachwalterschaften im neuen Gesetz?
Alle Sachwalterschaften wurden automatisch in gerichtliche Erwachsenenvertretungen umgewandelt, SachwalterInnen wurden somit zu gerichtlichen ErwachsenenvertreterInnen. Bis zum 1.1.2024 müssen alle automatisch übergeleiteten Sachwalterschaften überprüft werden: Werden sie noch benötigt oder gibt es Alternativen dazu?

Betroffene können auch selbst beantragen, dass die gerichtliche Erwachsenenvertretung aufgehoben wird. Auch der Umstieg auf eine gewählte oder gesetzliche Erwachsenenvertretung kann vorbereitet werden. Wir beraten Sie gerne dazu und bieten Schulungen zu diesem Thema an.


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