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Entwicklung der Unterbringungen

Daten und Zahlen der Patientenanwaltschaft

2019 wurden im Zuständigkeitsbereich der Patientenanwaltschaft von VertretungsNetz 24.527 Unterbringungen ohne Verlangen gemeldet. Dies entspricht einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (+1%). Im 6-Jahresvergleich (2014-2019) stiegen die zwangsweisen Unterbringungen um rund 9%. Die Wahrscheinlichkeit, ohne Verlangen an einer psychiatrischen Abteilung untergebracht zu werden, variiert je nach Bundesland stark. Die Steiermark verzeichnet z.B. bezogen auf die Wohnbevölkerung fast doppelt so viele zwangsweise Unterbringungen wie Wien. Auch in OÖ werden hohe Werte verzeichnet.

Die durchschnittliche Unterbringungsdauer liegt, ähnlich wie in den Vorjahren, bei rund 11 Tagen. Bei vielen untergebrachten Personen wird die Unterbringung jedoch schon nach wenigen Tagen, oft noch vor der gerichtlichen Erstanhörung aufgehoben. Österreichweit waren nach fünf Tagen bereits rund 59% der Unterbringungen wieder aufgehoben. 2018 lag dieser Wert bei rund 54%.

31,6 % der untergebrachten PatientInnen unterlagen im Zuge der Unterbringung 2019 einer „weitergehenden Beschränkung der Bewegungsfreiheit“ (z.B. körpernahe Fixierungen, verschlossene Krankenzimmer). Dieser Wert („Beschränkungsquote“) ist im Vergleich zu 2018 (32,5%) erfreulicherweise leicht gesunken. Auch bei der Beschränkungsquote verzeichnete die Patientenanwaltschaft große regionale Unterschiede. In Wien ist dieser Wert wie auch in den vergangenen Jahren deutlich höher als an den psychiatrischen Abteilungen in den westlichen Bundesländern.