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Entwicklung der Unterbringungen

Daten und Zahlen der Patientenanwaltschaft

2021 wurden im Zuständigkeitsbereich der Patientenanwaltschaft von VertretungsNetz 24.375 Unterbringungen ohne Verlangen gemeldet – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um rund vier Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, ohne Verlangen an einer psychiatrischen Abteilung untergebracht zu werden, variiert je nach Bundesland stark. Beispielsweise verzeichnet die Steiermark bezogen auf die Wohnbevölkerung beinahe dreimal so viele zwangsweise Unterbringungen wie Niederösterreich. Auch in Oberösterreich und in Tirol werden hohe Werte verzeichnet.

Die durchschnittliche Unterbringungsdauer liegt, ähnlich wie in den Vorjahren, bei rund elf Tagen. Bei vielen untergebrachten Personen wird die Unterbringung jedoch schon nach wenigen Tagen, oft noch vor der gerichtlichen Erstanhörung, aufgehoben. Österreichweit waren nach fünf Tagen bereits rund 59 Prozent der Unterbringungen wieder beendet.

34 Prozent der untergebrachten Patient:innen unterlagen im Zuge der Unterbringung 2021 einer „weitergehenden Beschränkung der Bewegungsfreiheit“ (z.B. körpernahe Fixierungen, verschlossene Krankenzimmer). Dieser Wert („Beschränkungsquote“) ist seit der COVID-Pandemie sprunghaft angestiegen. Auch bei der Beschränkungsquote verzeichnete die Patientenanwaltschaft große regionale Unterschiede: In Wien ist dieser Wert, wie auch in den vergangenen Jahren, deutlich höher als an den psychiatrischen Abteilungen in den westlichen Bundesländern.