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Entwicklung der Unterbringungen

Daten und Zahlen der Patientenanwaltschaft

2020, im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie, wurden im Zuständigkeitsbereich der Patientenanwaltschaft von VertretungsNetz 23.513 Unterbringungen ohne Verlangen gemeldet. Dies entspricht einem erstmaligen Rückgang seit Jahren – im Vergleich zum Vorjahr um minus vier Prozent. Denn seit dem Jahr 2000 ist ein Anstieg von knapp 70 Prozent zu verzeichnen. Die Wahrscheinlichkeit, ohne Verlangen an einer psychiatrischen Abteilung untergebracht zu werden, variiert je nach Bundesland stark. Zum Beispiel melden die Steiermark und Oberösterreich, bezogen auf die Wohnbevölkerung, fast doppelt so viele zwangsweise Unterbringungen wie Niederösterreich. Auch in Tirol werden hohe Werte registriert.

Die durchschnittliche Unterbringungsdauer liegt, ähnlich wie in den Vorjahren, bei rund 10,5 Tagen. Bei vielen untergebrachten Personen wird die Unterbringung jedoch schon nach wenigen Tagen, oft noch vor der gerichtlichen Erstanhörung, aufgehoben. Österreichweit waren nach fünf Tagen bereits rund 58 Prozent der Unterbringungen wieder beendet.

34 Prozent der untergebrachten Patient:innen unterlagen im Zuge der Unterbringung 2020 einer „weitergehenden Beschränkung der Bewegungsfreiheit“ (z.B. körpernahe Fixierungen, verschlossene Krankenzimmer). Dieser Wert („Beschränkungsquote“) ist im Vergleich zu 2019 um mehr als zehn Prozent angestiegen. Auch bei der Beschränkungsquote verzeichnete die Patientenanwaltschaft große regionale Unterschiede: In Wien ist dieser Wert, wie auch in den vergangenen Jahren, deutlich höher als an den psychiatrischen Abteilungen in den westlichen Bundesländern.